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Wir freuen uns über die neuen Fahrradstellplätze am Haupteingang Luisenpark und möchten unsere Anerkennung der Stadtpark Mannheim Gesellschaft gegenüber äußern für deren Einrichtung. Wir hatten im Mai dieses Jahres über die fehlenden Stellplätze berichtet [1] und Stadtpark Mannheim Gesellschaft darauf angesprochen. Wir waren positiv überrascht, dass sie eine Woche später mit provisorischen Stellplätzen am Haupteingang aufwarten konnte.

Provisorische Fahrradstellplätze am Haupteingang, die kurzfristig aufgestellt wurden bis die richtigen Fahrradständer installiert waren

Provisorische Fahrradstellplätze am Haupteingang, die kurzfristig aufgestellt wurden bis die richtigen Fahrradständer installiert waren

Und nicht nur am Haupteingang, auch am Seiteneingang in der Ludwig-Ratzel-Straße/ Ecke Am Oberen Luisenpark waren kurzfristig Stellplätze installiert worden im Mai dieses Jahres.

Neue Fahrradstellplätze Ludwig-Ratzel-Strasse/ Ecke Am Oberen Luisenpark

Die Parkgesellschaft hat sehr schnell gehandelt und eine Lösung gefunden, um den Besuch für die radfahrenden Gäste attraktiver zu machen. Denn gerade diejenigen, die mit dem Rad kommen und "in der Nähe" wohnen, besitzen Jahreskarten und finanzieren so den Park aktiv mit.

Besonders positiv war für uns, dass wir nach unseren Vorstellungen zu der Art Stellplätze gefragt worden sind. Eine Vorgehensweise, die wir uns auch in anderen Belangen den Radverkehr betreffend wünschen würden. Auf die Frage hin hatten wir vorgeschlagen, dass die Stadtpark Mannheim Gesellschaft mit der Stadtverwaltung ins Gespräch kommen könnte, weil die Bügel, die in den Quadraten in den letzten Jahren aufgestellt worden sind, für uns eine gute Lösung darstellen. Vielleicht könnte da ein Austausch stattfinden. Gerne dürften die Stellplätze auch überdacht sein, unserer Meinung nach.


Und siehe da: ein halbes Jahr später gibt es nun 15 Stück von genau diesen Bügeln, die auch die Stadtverwaltung Mannheim für die Innenstadt verwendet. Diese stehen nun am Haupteingang Luisenpark, zwar ohne Dach, aber dennoch mit ausreichend Platz, so dass auch große Räder gut anschließbar sind.


Ein großes Dankeschön für die schnelle Lösung seitens der Stadtpark Mannheim Gesellschaft. Wir Radfahrenden wissen das wirklich zu schätzen. Wir freuen uns auf den nächsten Besuch im Park, wohlwissentlich, dass das Rad sicher stehen kann und die mühsame Suche nach einer Möglichkeit zum Sichern des Rads nun Geschichte ist.


Die 15 Bügel können nur ein Anfang sein. Ob sie für den großen Andrang an Radfahrenden im kommenden Sommer ausreichen wird sich zeigen. Weitere solcher Bügel sind auch am Herzogenriedpark am Eingang beim Neuen Messplatz notwendig. Wir bleiben für Euch dran.



So gelingt die Verkehrswende, Mannheim.



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Quelle


Bildquelle: QEM

 
 

OB Specht liefert beim symbolischen Spatenstich zur Umgestaltung des Habichtplatzes wesentliche Argumente, um die geplante Neugestaltung des Uhlandvorplatzes in der Neckarstadt endlich umzusetzen. Warum aber passiert nichts? Warum werden E-Mails aus der Bürgerschaft nicht beantwortet? Und warum werden Ergebnisse von aufwendigen Bürgerbeteiligungen kommentarlos gestoppt?

Wildes von der Stadt toleriertes Parken am Vorplatz der Uhlandschule. Quelle: QEM

2022 wurde in einem groß angelegten Bürgerbeteiligungsverfahren der Umbau des wild genutzten Parkplatzes Uhlandvorplatz konzipiert. In mehreren Beteiligungstouren, Vor-Ort-Spaziergängen, digitalen Beteiligungsräumen und weiteren Veranstaltungen haben sich viele Bewohner*innen aus der Neckarstadt engagiert und eingebracht [1]. Die Ergebnisse dieser Beteiligungen wurden ausgewertet, eine Beschlussvorlage wurde für den Ausschuss für Umwelt und Technik vorbereitet und die Dezernate haben der Vorlage in diesem Jahr zugestimmt. Doch dann passierte nichts.

Die Nachfrage beim Fachbereich Geoinformation und Stadtplanung ergab, dass OB Specht das Verfahren gestoppt hat. Als Grund wurde die Haushaltslage aufgeführt. Der abrupte Stopp war bis vor kurzem selbst den Bezirksbeiräten unbekannt. Noch heute ist die stillschweigende Abkehr von der Neugestaltung der überwiegenden Neckarstädter Bevölkerung unbekannt. Die im Oktober an den OB Specht geschriebenen E-Mails aus der Bürgerschaft werden bislang ebenfalls ignoriert.


Solche intransparenten Praktiken verstärken die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung und demotivieren alle, die sich für ihre Quartiere engagieren.

 Eben dieses Engagement ist es, welches am Ende Quartiere am Leben erhält. Sollten sich engagierte Bürger*innen wegen solcher Praktiken zurückziehen, kann dies nicht im Interesse der Stadtverwaltung oder des OB sein.

Der medienwirksame Auftritt des OB Specht beim Habichtplatz zeigt [2], dass ihm und der Stadtverwaltung die Dringlichkeit solcher Maßnahmen durchaus bewusst ist. Seine Argumente umfassen die Entsiegelung und Begrünung von Plätzen, um die Stadtteile im Sommer zu kühlen. Bäume, Grünflächen und Spielgeräte für mehr Aufenthaltsqualität nennt er. Starkregenereignisse sollen durch die Umgestaltung besser bewältigt werden können. Sogar die Ideen aus der Bürgerschaft werden lobend hervorgehoben. Ausdrücklich erwähnte er sogar die Priorität solcher Maßnahmen für den Klimaschutz und zur Verbesserung der Lebensqualität trotz der finanziellen Lage der Stadt sowie die Dringlichkeit von Investitionen [3]. All das sind die Argumente für die Neugestaltung des Vorplatzes Uhlandschule, die OB Specht still und leise gekippt hat.


Wir fordern daher, dass die Neugestaltung des Uhlandplatzes unverzüglich in Angriff genommen wird. Dabei muss klar erkennbar sein, dass die Stadt ihre Prioritäten für eine Klimaanpassung in allen Stadtteilen setzt. Schließlich sieht der Klimaschutz-Aktionsplan 2030 genau solche Maßnahmen verbindlich vor.



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Bildquelle: QEM

Im August 2024 sind bundesweit nach vorläufigen Ergebnissen rund 35 600 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen verletzt worden, das waren 6 % oder 1 900 Verletzte mehr als im August 2023. Die Zahl der Verkehrstoten stieg um 14 auf 281 [1].


Die destatis Grafik zeigt Bei Straßenverkehrsunfällen Getötete nach Monaten für die Jahre 2022, 2023 und 2024. 2024 reicht bis August.
Bei Straßenverkehrsunfällen Getötete nach Monaten. Quelle: destatis

Diese traurige Entwicklung überrascht leider wenig, wenn man sich die fehlenden Bestrebungen auf Lokal-, Landes- und Bundesebene anschaut, die längst überfällige Verkehrswende in Deutschland anzugehen. In Mannheim könnte man fast den Eindruck einer Verkehrswende rückwärts gewinnen. Hier nur drei Beispiel aus jüngster Vergangenheit:

  • In Spinelli wollen Gegner der Verkehrswende den Stellplatzschlüssel anheben und eine Falschparkerahndung findet dort kaum statt [2]

  • Am Schillerplatz revidiert Christian Specht das geplante einseitige Gehwegparken [3]

  • Beschlussvorlage Neugestaltung Uhlandvorplatz wird nach jahrelangem Prozess der Bürgerbeteiligung von OB nicht unterzeichnet [4]


Schaut man sich die Zahlen zu Unfällen mit Radfahrenden an, fällt auf, dass die überwältigende Mehrheit der Unfälle von Autofahrenden verursacht wird, nämlich 75 %. Bei Lkw ist der Anteil der Unfallverursachenden mit 79 % sogar noch schockierender.

Die Grafik zeigt den Anteil der Hauptverursacher bei Unfällen mit Radfahrenden und Personenschaden für 2023
Anteil der Hauptverursacher bei Unfällen mit Radfahrenden und Personenschaden für 2023. Quelle: RadTicker

Unter dem Eindruck dieser Grafik wirken Aussagen wie "aber die Radfahrenden halten sich auch nicht an die Regeln" geradezu grotesk.


Aus diesen Zahlen kann nur ein Schluss möglich sein: Radverkehr muss noch viel besser vor aggressivem motorisiertem Verkehr geschützt werden. Dass in Paris vor wenigen Tagen der Radfahrer Paul Varry auf einem für den Radverkehr vorbehaltenen Bereich von einem SUV-Fahrer offenbar bewußt getötet wurde, zeigt, dass selbst dort Radverkehr nicht sicher ist. [5]


Es sind alle Akteure gefragt, endlich ihre Arbeit zu machen:


  • Die Justiz - die den Strafrahmen ausschöpfen sollte. Urteile wie bei Natenom (2 Monate Fahrverbot + 150 Tagessätze Geldstrafe [6]) senden fatale Signale

  • Die Polizei - die endlich Kontrollen zu Überholabständen durchführen muss

  • Die Ordnungsämter - die statt Strafzettel zu verteilen, bei Verkehrsbehinderungen endlich abschleppen müssen

  • Die Verkehrsplaner*innen - die schwächere Verkehrsteilnehmer*innen ernst nehmen müssen. Die Übervorteilung des Autos in den letzten Jahrzehnten verlangt radikale Umgestaltung

  • Die Bundesregierung - die endlich eine wiederkehrende Führerscheinprüfung einführen muss


Die Zahlen stellen nicht nur die Arbeit des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des von der FDP gestellten Verkehrsministers Volker Wissing in Frage, sondern eben auch, wie Verkehrswende lokal vor Ort umgesetzt, oder besser nicht-umgesetzt, wird.


SUVs sind eine unmittelbare Gefahr für Rad- und Fußverkehr. Bisher gibt es in Mannheim keinerlei Maßnahmen, dieser Gefahrenlage Einhalt zu gebieten. Hier fordert es der Sachverstand, dringend aktiv zu werden.


Dass Ordnungsämter Kfz auf Rad- und Fußinfrastruktur nicht ignorieren sollten, bestätigt auch die Statistik, dass fast jeder 5. Fußgänger- oder Radfahrer-Unfall in Zusammmenhang mit Parken steht [7]:

Die Grafik zeigt, dass fast jeder fünfte Fußgänger- oder Radunfall steht in Zusammenhang mit Parken
Fast jeder fünfte Fußgänger- oder Radunfall steht in Zusammenhang mit Parken. Quelle: udv.de

In Mannheim denken wir an den tödlichen Unfall vor der Musikhochschule, bei dem ein Radfahrer innerhalb einer 30er-Zone von einem Autofahrer umgefahren wurde und offenbar meterweit durch die Luft geschleudert wurde. Die Stelle dort ist notorisch mit Autos innerhalb des Kreuzungsbereiches zugeparkt, wodurch die Sichtachsen massiv beeinträchtigt werden.


Unterm Strich bleibt festzuhalten: in den ersten 6 Monaten von 2024 wurden in Deutschland mehr als 950 Menschen pro Tag Unfallopfer - rund 80 % davon durch motorisierten Verkehr.


174.000 Unfallopfer im ersten Halbjahr 2024:

... der akzeptierte Normalzustand in all seiner Brutalität: der Preis, den die Gesellschaft stillschweigend zu zahlen bereit ist, damit wir alle Auto fahren können. [8]

Für Mannheim wissen wir auch 2024 nicht, wo die Arbeit der Unfallkommission dokumentiert ist, welche Verbesserungen erarbeitet und welche umgesetzt wurden.


Wir finden: KEIN WEITER SO! VERKEHRSWENDE JETZT!



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